14. Februar: Gimsøya und Henningsvær
Durch das großzügige Entgegenkommen unseres Autovermieters konnten wir heute noch einmal den Mietwagen nutzen. Die Wettervorsage versprach einen MIx aus Wolken, Sonne und Schneefall, also bestes Wetter sozusagen, jedenfalls nicht schlecht zum Fotografieren.

Von Svolvaer aus ging es zuerst zur KIrche von Gimsøy auf der (Insel) Gimsøya. Dann weiter an die nördliche Spitze dieser Insel bei Hov. Anschließend sind wir in den Fischerort Henningsvær an die Südküste gefahren. Insgesamt eine Tour von rd. 100 km.

Zuerst hieß es aber erst einmal (wieder): Das Auto vom Schnee befreien. Ok, war jetzt nicht so schwierig.

Manche hatten es da deutlich schwerer (Foto vom Abend des Tages).

Unser erster Stopp war die Kirche von Gimsøy, eine 1876 erbaute Holzkirche, die direkt an der Küste liegt.


Das Wetter änderte sich tatsächlich schnell. Sonne, Wolken und Schneefall wechselten sich ab. Gerne sagt man hier: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 20 Minuten 😉 .

Leuchtturm bei Hov im Nordwesten von Gimsøya.


Die Siedlung ist recht einsam gelegen und da schon auf der Hinfahrt die Straße von einigen Schneeverwehungen gekennzeichnet war….

… und sich die nächsten Schneefälle eindrucksvoll ankündigten, sind wir zügig aufgebrochen und nach Henningsvær an die Südküste gefahren.

Henningsvær ist ein typischer Fischerort, der den mit der Fischerei einhergehenden Aufstieg im 19. Jh. und den Niedergang Ende des 20. Jh. mitgemacht hat. Erst seit 1983 ist Henningsvær über zwei Brücken an die Lofoten-Hauptinsel Austvågøya und damit an die E10 angebunden. Verschiedene Projekte und vor allem der einsetzende Tourismus in den 1980er Jahren belebten den Ort wieder. Heute ist es ein schöner Mix aus aktivem Fischereihafen, Restaurants (Tip: „Sabina“ mit Spanisch-Norwegischer Crossover-Küche, s.u.), Cafés und kleinen Läden.

Immer wieder beeindruckend: Die Bergkulisse der Lofoten als Hintergrund.

Stockfisch. Seit über Eintausend Jahren praktiziert man in Norwegen diese Methode der Konservierung: Kabeljau (Dorsch), seltener auch Schellfisch oder Seelachse wird ausgenommen, der Kopf entfernt und ohne weitere Behandlung (auch ohne Salz) zum Trocknen aufgehängt. Früher ein Arme-Leute-Essen und Verpflegung für Schiffsbesatzungen gilt Stockfisch heute als Delikatesse und wird weltweit exportiert. Größter Importeur ist neben einigen südeuropäischen Ländern und Japan: Nigeria (Quelle: Wikipedia).

Der Geruch ist übrigens „beeindruckend“. Jedenfalls kann man den fischigen Geruch schon vernehmen, ohne die Stockfischgestelle erblickt zu haben. In Nordnorwegen sagt man, dass das der Geruch des GELDES ist!


Kurz vor Sonnenuntergang im Hafen von Henningsvær.

Restaurantempfehlung: „Sabina“
Dreyers gate 15, 8312 Henningsvær
Am Nachmittag haben wir eine Kleinigkeit bei „Sabina“ gegessen. Ein Zufallsfund. Auf Reisen merken wir immer wieder: Sich einfach auf einen Ort, eine Gegend einlassen und sich auch mal überraschen lassen, macht oft erst das (Reise-)Erlebnis aus. Viel zu oft verliert man sich vorher im Lesen von Bewertungen bei Google etc. und wird womöglich trotzdem enttäuscht. Jedenfalls gingen wir gegen 14 Uhr zuerst zufällig an dem kleinen Restaurant / Café vorbei und während wir die Karte studierten, schaute schon die Besitzerin aus der Tür und meinte, dass Sie zwar nicht wüsste ob es 14 Uhr wäre (Beginn der angegeben Öffnungszeit), aber wir könnten gerne hereinkommen. Da wir uns aber erst ein wenig den Ort ansehen und fotografieren wollten (es schneite gerade nicht und das Licht war wunderschön) lehnten wir dankend ab. Nahmen uns aber vor, später noch mal wieder zu kommen. Gedacht – getan und es war wirklich sehr, sehr gut. Spanisch – Norwegische Crossover Küche. Miriam hatte „Croquettas“ – unterschiedlich gefüllte Frittierte Bällchen, u.a. mit Languste. Martin eine Fischsuppe mit Trüffelöl. Hört sich fast nach Edelrestaurant an, war aber einfach ehrliche, handwerliche Kochkunst von Menschen (wie sich in unserem anschließenden Gespräch herausstellte), die frische Zutaten und gute Lebensmittel einfach besonders schätzen wissen und zudem noch offen und freundlich auf die Gäste zugehen.

Kunst gabs auch: Henningsvær ist auch ein Ort für StreetArt. Banksy war wohl noch nicht hier, der Stil ist aber ähnlich, wie ich finde.

Am späten Nachmittag an der Küste vor Henningsvær.